Donnerstag, 20. November 2014

Novemberblouse und Bauhochkonjunktur

Eigentlich habe ich mich diesem Thema ja bereits im April etwas gewidmet aber da ich die letzten Wochen beruflich etwas unterwegs bin fällt es mir um so mehr auf.

Egal in welchem kleinen Dörfchen ich ich Moment bin ob Tirol oder Salzburg. Es ist echt absolute tote Hose. Vereinzelt sieht man ein paar Menschen suchend durch die Strassen laufen. An jedem Hotel, Gasthaus oder Restaurant ist ein nettes Schild an der Tür mit großen schwarzen Buchstaben Betriebsurlaub.

Was mir jedoch gerade heute wieder extrem aufgefallen ist das im Moment überall gebaut wird. An jedem etwas größerem oder kleinerem Hotel steht eine Kran oder gleich zwei. Highlight war diesen Sommer in Ellmau. Da sind mir bei einer Runde Golf (wo auch sonst ) 7 Kräne aufgefallen. Jetzt frag ich mich gerade nach der all so schlechten Sommersaison 2014, laut Österreich Werbung zwar nicht, kann es wohl doch nicht so schlecht gewesen sein wenn überall gebaut, renoviert und erneuert wird.

Wenn ich genau drüber nachdenk spielt sich dieses Phänomen jedes Jahr ab, denn im November ist Highseason bei den örtlichen Tischler, Malern usw. Jeder Hotelier würde mir jetzt erklären, dass die heutigen Gäste ja nicht mehr mit 5 Saunen zufrieden sind und ich muss zugeben, leider ist es auch so nur frage ich mich gerade wo sind wir dann in 5 Jahren. Gibt es dann nur noch entweder 400 Betten Häuser mit einen Spabereich a la Stock oder Stanglwirt (der übrigens 2 Bauphasen für seinen neuen Spabereich braucht) und kleine 100 Betten Häusern die mit Familiären touch punkten können.

Ich seh da sehr wohl ein heiße Phase auf die Hotellerie zukommen, denn im Grunde schauen zu viele auf den Nachbarn bzw. auf Branchenriesen und vergessen dabei auf die eigenen Kompetenzen. Jedes Hotel hat eine Geschichte, Dinge die nur in diesem Hotel einzigartig sind und ich bin die letzte die nicht sagt eine größerer Wellnessbereich muss sein, wenn der Jetzige einfach zu klein bzw. zu alt wird aber dennoch sollte sich auf die eigenen Kernkompetenzen konzentriert werden und nicht immer mit der breiten Masse mit geschwommen werden. Vielleicht etwas mehr an der Software verfeinert und etwas weniger an der Hardware.
Warum konnten Firmen wie Zappos (der größte Onlineretailer von Schuhen in den USA) den Jahresumsatz in 5 Jahrenvon 7 Millionen auf 37 Milliarden erhöhen. Ja ich weiß die verkaufen Schuhe aber trotzdem. Ich denke vor allem im Tourismus wäre es gut sich ein wenig was von den Großen in Puncto Personalentwicklung abzuschauen, denn vergessen sollte wir alle nicht vieler unserer deutschen Gäste kommen nach Österreich weil wir so viele wunderschöne Berge haben. weil es so viel zu tun gibt, weil das Essen so schmeckt und weil die österreichische Gastfreundschaft immer noch sehr gefragt ist, schwer wird es dann nur wenn leider immer weniger Österreicher im Tourismus arbeiten....

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