Donnerstag, 29. Mai 2014

Jahrestag

Bei den jetzigen Nachrichtenmeldungen aus Serbien und Bosnien, dem derzeitigen grausigem Wetter wo ich bei keiner Runde Golf trocken Heim kehre & die Tatsache das es am 2.Juni 1 Jahr her ist das bei mir zu Hause das Wasser kam werden die Erinnerungen wieder stärker.

Das Hochwasser 2013 ist sicher ein Ereignis das ich in mein nächstes Leben mitnehmen werden.
Wiedermal sind ein paar mehr Worte nötig.
Samstag 1.6.13 (Tag vor der Überflutung) war ich am späten Nachmittag noch auf einen kurzen Plausch zu Hause. Meine Eltern und ich gingen noch einmal um die Ache und mein Dad plauderte noch mit einem Nachbarn recht lässig über den aktuellen Wasserstand der Kössner Ache und die beiden Herren sagt noch locker: "a bevor de Achen übergeht muas no fü renga".
Der Pegel war schon recht hoch aber das war schon öfter der Fall.

Es war am Sonntag gegen 10:30 Uhr ich hatte Dienst und alle Gäste kamen aus Kitzbühel schon nicht mehr raus, da die Strassen bereits gesperrt waren. Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht das Kössen bereits unter Wasser stand. Erfahren habe ich es dann auf Facebook (kleine Ironie bei meinem jetzigem Beruf). Meine Schwagerin hatte ein Photo vom Balkon aus gemacht, da war der 1,50 hohe Zaun nicht mehr zu sehen und  dieses Bild hat sich in mein Gedächnis einbrennt.
Das schlimmste in so einer Situation ist, du kannst nichts tun. Ich wäre aus Kitzbühel nicht rausgekommen und ins Haus sowieso nicht.
Montag morgen war dann eine kleine Weltreise nach Kössen, jetzt kann ich nur drüber lachen in dem Moment war es zum kotzen und ich bin in meinem Auto fast durchgedreht.

Die Strasse über Erpfendorf war ja gesperrt und was mach ich, ach Straßensperre da komm ich schon durch...
und genau so war es 1x fast im Schlamm steckengeblieben und dann vor einem verschlossenen Schranken musst ich doch dieser Strassensperre WO geben und umdrehen. Nach 1,5h kam ich dann in Kössen an. Das Szenario war heftig, überall stand die Feuerwehr & Bundesheer, Hubschrauber flogen, Wasser Stand noch die Alleestraße rein und in jedem der Gesichter stand nur Ungewissheit wie es wohl weiter geht.

Es ging weiter und vor allem relativ schnell. Es waren so viele Situation die mich zum staunen brachten vor allem wie viele Menschen halfen aber auch wie viele zum Schauen kamen.
Die Kössner die nicht betroffen waren kamen mit Essen und versorgten schon mal mit dem Nötigsten. Mädels im Altern von 16 bepackt mit Schaufel, Schlauch und Hochdruckreiniger gingen von Haus zu Haus und boten Ihre Hilfe an.
Jetzt ist es am 2. Juni 1 Jahr her und die Verbauung der Kössner Ache ist in vollem Gang, viel wird spekuliert was wäre gewesen wenn, doch es ist passiert und ich muss sagen Gott sei Dank leben wir in einem Land wo es eine finanzielle Stütze gibt. Gerecht ist so eine Katastrophe nie und warum es passiert ist kann keiner beantwortet.

Ich persönlich nehme aus dieser Erfahrung mit, alles Materielle ist vergänglich.
Mitnehmen kann ich nichts außer:
ein Hole in One (hatte ich schon)
Zeit mit den Menschen verbringen, die mir wichtig sind (gerade etwas zu wenig aber das wird auch wieder)
die Welt außerhalb von Tirol bereisen (das ist in Planung)
jedes Jahr etwas neues lernen (zu viele Ideen)

Hiermit möchte ich mich nochmals ganz persönlich bei allen Menschen bedanken die meine Familie letztes Jahr so unterstützt haben

Danke ....



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